Orthopädie

Diagnostik

 
Lahmheitsuntersuchung

Lahmheiten spielen in der Pferdemedizin eine zentrale Rolle. Am Anfang einer Lahmheitsuntersuchung wird zunächst ein gründlicher Vorbericht erstellt und eine ganzheitliche Anamnese des Bewegungsablaufs sowie des Gelenk- und Knochenapparates erhoben. Anschließend wird das Pferd sowohl im Stand als auch in der Bewegung auf gerader und gebogener Linie, auf hartem und weichem Boden beurteilt. Anhand sogenannter Beugeproben lässt sich die schmerzverursachende Region genauer veranschaulichen. Je nach Bedarf können Leitungs- und Gelenksanästhesien zur genauen Lokalisation des Problems eingesetzt werden. Zur weiteren Diagnostik und Sicherstellung der besten Therapie stehen in unserer Klinik moderne medizinische Verfahren wie digitales Röntgen und Ultraschall (Sonographie) von knöchernen- oder Weichteilstrukturen zur Verfügung. In speziellen Fällen oder bei sehr undeutlichen Lahmheiten können wir auf die Computertomographie (CT) zurückgreifen.

 
Computertomographie (CT)

Bei der Computertomographie werden aus verschiedenen Richtungen aufgenommene Röntgenaufnahmen einer Struktur digital hunderte detaillierte 3D-Schnittbilder rekonstruiert.
Diese Technik bietet uns eine hervorragende Methode, um vor allem knöcherne Probleme sowohl am Kopf als auch an den Gliedmaßen und der Halswirbelsäule bis zum 1. Brustwirbel zu diagnostizieren. Die CT-Aufnahmen des Kopfes erfolgen am sedierten stehenden Pferd. Für die CT-Aufnahmen der Gliedmaßen und der Halswirbelsäule erhält das Pferd eine kurze Vollnarkose.
Mehr zur Computertomographie

 
Leitungs- und Gelenksanästhesien

Durch gezielte örtliche Betäubung von Weichteilstrukturen oder Gelenken lässt sich die Problematik im Bewegungsapparat des Pferdes genauer lokalisieren und ist eine Hilfe im Rahmen einer Lahmheitsuntersuchung.

 

Behandlungsverfahren in der Orthopädie

 
Medikamentöse Behandlungen

In der Orthopädie werden federführend schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente eingesetzt. Wie bei allen Medikamenten, können bei zu häufiger oder zu langer Einnahme Nebenwirkungen auftreten, hierzu gehören insbesondere Schädigungen des Magen-Darm-Traktes. Wir stellen Ihr Pferd medikamentös optimal ein.

 

Behandlung durch regenerative Verfahren

 
IRAP
Die Interleukin-1-Rezeptor Antagonist Protein-Therapie (IRAP) ist eine effektive Behandlungsmethode bei Gelenkserkrankungen (Entzündung/Degeneration von Gelenken), Muskelverletzungen, Sehnen- und Bandverletzungen.
Dem Patienten wird Blut entnommen, welches nach einer 24- stündigen Aufbereitung entzündungshemmende Bestandteile und Wachstumsfaktoren anreichert. Diese Substanz wird dann als sogenanntes „autologes“ konditioniertes Serum (ACS) in die erkrankte Struktur des Patienten injiziert. Je nach Patient können 2-3 Portionen IRAP zum Gebrauch gewonnen werden. Diese Behandlungsmethode ist dopingfrei.

PRP
PRP (platelet rich plasma = thrombozytenangereichertes Plasma) wird vorwiegend zur Regeneration von Sehnen und Bändern, aber auch bei Wundheilungsstörungen verwendet. Darüber hinaus wirkt es schmerzlindernd, entzündungshemmend sowie abschwellend.
Das Wirkungsprinzip von PRP besteht aus einer Anreicherung von Thrombozyten, die einen hohen Gehalt an verschiedenen Wachstumsfaktoren und Zytokinen besitzen, wie zum Beispiel platelet- derived growth factor (PDGF), transforming growth factor beta (TGF- beta), Insulin-like growth factors (IGF) und connective tissue growth factor (CTGF), die die Geweberegeneration erwiesenermaßen unterstützen und beschleunigen.
Aus körpereigenem Blut des Patienten wird durch Zentrifugation thrombozytenhaltiges Plasma gewonnen. In unserem Labor werden die Thrombozyten angereichert und anschließend konzentriert gewonnen. Je nach Patient können 2-3 Portionen PRP zur weiteren Behandlung gewonnen werden.
Das fertige PRP kann 15-30 Minuten nach der Blutentnahme in das erkrankte Gewebe injiziert werden.

Stammzellentherapie
Die Stammzellentherapie ist ein probates Mittel für die Behandlung von Sehnen-, Band- und Gelenkserkrankungen bei Pferden.
Stammzellen sind Zellen, die sich in verschiedene Zelltypen oder Gewebe ausdifferenzieren können und somit regenerativ auf beschädigtes Gewebe wirken. Die Bildung von Ersatzgewebe (Narbengewebe) wird vermieden.
In unserer Klinik ist es möglich, Stammzellen sowohl aus dem Knochenmark (am Brustbein des Pferdes) als auch aus subkutanem Fettgewebe (aus dem Bereich um die Schweifrübe) zu gewinnen.
Nach der Aufarbeitung und Kultivierung in speziellen Laboren werden die Stammzellen anschließend in das erkrankte Gewebe appliziert.

Ultraschall-gesteuerte Injektionen
Diese Methode wenden wir an, sowohl um lokale Injektionen zielgenau in das erkrankte Gewebe applizieren zu können, als auch bei Injektionen in schwer zugängliche Gelenke, wie zum Beispiel bei der Behandlung der Halswirbelsäule oder der Iliosakralgelenke.

Unsere korrektiven und orthopädischen Hufbeschläge

 

IHRE ANSPRECHPARTNER

Dr. Kathrin Rasch
FTÄ für Pferde, FTÄ für Chirurgie
fEI Tierarzt

Dr. Casper Lindegaard
DVM, PhD, Diplomate ECVS
Specialist Large Animal Surgery

TA Hauke Behling
Doktorand

Terminvergabe
Isabell Stephan

fon: +49 2841 88951-0

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